Fettverteilungsstörung - Was versteht man darunter?

Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gewicht – Fettverteilungsstörungen können jeden treffen und äußerst vielseitig sein.  Doch was genau versteht man eigentlich darunter? Eine Fettverteilungsstörung ist eine Erkrankung, bei der sich das Körperfett ungleichmäßig verteilt. Dabei sammelt sich Fett in bestimmten Bereichen vermehrt an, während andere Areale deutlich weniger Fett aufweisen. Das kann nicht nur das äußere Erscheinungsbild und somit das Wohlfühlen im eigenen Körper stark beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Folgen haben.

Wir erklären in diesem Beitrag alles Wissenswerte zum Thema Fettverteilungsstörung: Welche Formen und Ursachen der Erkrankung gibt es? Wie äußern sich die jeweiligen Symptome? Und wie können Fettverteilungsstörungen behandelt werden?

Was ist eine Fettverteilungsstörung?

Der Begriff Fettverteilungsstörung beschreibt bereits sehr gut, wie sich die Erkrankung äußert: es gibt eine Störung in der Verteilung des Fetts am Körper. Dabei kann sich Fett übermäßig stark an bestimmten Körperstellen wie Oberschenkeln oder Bauch ansammeln, während andere Bereiche kaum Fettansammlungen aufweisen. Zu den geläufigsten Fettverteilungsstörungen zählt beispielsweise das Lipödem – eine chronische Erkrankung in erster Linie bei Frauen, bei der sich Fettzellen krankhaft insbesondere an den Extremitäten vermehren und oft schmerzhafte Symptome hervorrufen.

Zu unterscheiden ist die normale Fettverteilung von der pathologischen, sprich krankhaften Fettverteilungsstörung. In der Regel verteilt sich das Fettgewebe nahezu gleichmäßig und in kontrolliertem Maße am Körper. Doch bei einer krankhaften Fettverteilungsstörung verläuft die Fettverteilung unkontrolliert und ungleichmäßig stark an bestimmten Körperarealen, was zu einer teils extremen Disharmonie der Körpersilhouette führen kann.

Grundsätzlich weisen Frauen in der Regel einen höheren Körperfettanteil auf als Männer. Das liegt zum einen an den körperlichen Anforderungen hinsichtlich einer Schwangerschaft und zum anderen an weiteren hormonellen Funktionen. Den größten Teil unseres Fettgewebes (ca. 80%) macht das Unterhautfettgewebe aus, während der Rest auf das sog. viszerale Fettgewebe in der Bauchhöhle zum Schutz der Organe zurückzuführen ist.

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Fettverteilungsstörung Ursachen und Risikofaktoren

Für eine Fettverteilungsstörung können mehrere Ursachen in Frage kommen, jedoch sind diese wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt.

Man vermutet, dass die genetische Disposition eine wichtige Rolle spielt, das heißt, dass in der Familie bereits krankhafte Fettverteilungsstörungen wie das Lipödem aufgetreten sind.

Auch hormonelle Veränderungen nach Lebensphasen wie der Pubertät, Schwangerschaften oder den Wechseljahren begünstigen höchstwahrscheinlich eine Fettverteilungsstörung. Denn Hormone wie Östrogen, Testosteron und Kortisol können die Fettverteilung im Körper beeinflussen.

Grundsätzlich sollte man versuchen, einen gesunden und ausgewogenen Lebensstil zu pflegen. Dazu gehört auch ausreichend körperliche Bewegung wie beispielsweise Wandern, Walking, Schwimmen, Aquajogging oder Yoga. Gerade wenn man bereits von einer ausgeprägten Fettverteilungsstörung betroffen ist, sind gelenkschonende Sportarten die beste Wahl. Mangelnde Bewegung kann zu einer Zunahme des Körperfetts, vor allem im Bauchbereich führen.

Auch die Ernährung ist ein wichtiger Faktor und sollte möglichst gut auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Meist empfiehlt sich eine leichte, mediterrane Kost, antientzündlich mit wenig Gluten, gesunde Fette und viel Gemüse. Eine Ernährung, die reich an schlechten Kalorien und Fetten ist, kann zu einer Zunahme des Körperfetts führen, insbesondere im Bauchbereich.

Des Weiteren können bestimmte Medikamente (z. B. Kortikosteroide) und medizinische Erkrankungen wie z. B. das Cushing-Syndrom und die Schilddrüsenunterfunktion zu einer Gewichtszunahme oder Veränderung der Fettverteilung im Körper führen.

Menschen mit bestimmten Risikofaktoren, wie z. B. einer genetischen Veranlagung, Übergewicht, Diabetes, erhöhtes Cholesterin oder Bluthochdruck, haben ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Fettverteilungsstörung.

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Typen der Fettverteilungsstörung

Fettverteilungsstörungen können vielfältig sein, daher ist es wichtig, zwischen folgenden Typen zu unterscheiden, um einen passenden Behandlungsansatz zu finden.

  • Lipödem
    Beim Lipödem handelt es sich um eine chronische, fortschreitende Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich bei Frauen auftritt. Typische Kennzeichen und Symptome sind eine überproportionale, symmetrische Verteilung von krankhaften Fettzellen insbesondere an den Beinen, am Gesäß und an den Armen. Nicht selten klagen Betroffene über schmerzhafte Symptome wie brennende Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit oder Spannungs- und Erschöpfungsgefühle an den entsprechenden Arealen, was die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Diagnostizieren können die Erkrankung in der Regel spezialisierte Fachärzte wie Phlebologen oder Lymphologen. Aber auch plastische Chirurgen mit Erfahrung in der Lipödembehandlung erkennen eine mögliche Erkrankung oft auf Anhieb.
  • Lipoatrophie
    Bei einer Lipoatrophie handelt es sich um eine Erkrankung, die zu einem Schwund des Unterhautfettgewebes (subkutanes Fettgewebe) an bestimmten Körperstellen führt. Die betroffenen Areale können dabei symmetrisch oder asymmetrisch verteilt sein. Zudem kann die Lipoatrophie lokal begrenzt sein, also nur an einer bestimmten Stelle auftreten oder auch am ganzen Körper. Zu den typischen Symptomen zählen ein sichtbarer Verlust des Fettgewebes, oftmals einhergehend mit faltiger Haut an den betroffenen Stellen (z.B. Wangen, Oberarme, Gesäß), Schmerzen und Druckempfindlichkeiten oder auch Schwäche und depressive Stimmung. Die Diagnose einer Lipoatrophie erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung bei einem Arzt.
  • Weitere Formen (z.B. Lipodystrophie)
    Die sogenannte Lipodystrophie bezeichnet überbegrifflich eine unwiderrufliche Veränderung des Unterhautfettgewebes, was sich in Form einer teilweisen Lipoatrophie (lokaler Schwund des Fettgewebes) meist an den Extremitäten oder einer Lipohypertrophie (lokale Zunahme des Fettgewebes) meist am Körperstamm oder im Gesichtsbereich zeigen kann. Ursachen hierfür können bestimmte Medikation oder die Genetik sein.

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Symptome und Anzeichen für eine Fettverteilungsstörung

Zu den prägnantesten Symptomen und Anzeichen einer Fettverteilungsstörung zählen die körperlichen Veränderungen. Beim Lipödem beispielsweise zeigen sich diese häufig anhand einer überproportionalen symmetrischen Fettansammlung an den Beinen und Armen, während der Rumpf oftmals verhältnismäßig schlank bleibt. Besonders ausgeprägt sind diese körperlichen Disharmonien im Stadium III.

Nicht selten gehen bei Betroffenen auch schmerzhafte Begleiterscheinungen wie Brennen, Druckempfindlichkeiten oder Schwellungen an den entsprechenden Arealen einher. Diese können nicht nur das körperliche, sondern auch das psychische Wohlbefinden stark beeinflussen und die Lebensqualität einschränken.

Daher sollte man keinesfalls zögern, die kurzfristigen Möglichkeiten zur Linderung der Symptome in Anspruch zu nehmen. Dazu zählen z. B. manuelle Lymphdrainagen oder das Tragen von Kompressionskleidung.

Diagnose einer Fettverteilungsstörung

Sollten Sie einen ersten Verdacht auf eine mögliche Fettverteilungsstörung haben, ist oftmals eine detaillierte Recherche im Internet oder auf diversen Fachportalen ratsam.

Sollte sich die Vermutung weiter bestätigen, kann eine Kontaktaufnahme zu einem zuständigen Facharzt für Gewissheit über eine mögliche Erkrankung sorgen. Meist kann dieser mittels medizinischer Untersuchungen und Tests feststellen, ob Sie an einer Fettverteilungsstörung leiden und um welche Art der Erkrankung es sich genau handelt.

Bei Verdacht auf ein Lipödem sollten Sie einen Phlebologen oder Lymphologen (Venenfacharzt) kontaktieren. Lipodystrophien (Mangel von Unterhautfettgewebe) und andere Fettgewebserkrankungen beispielsweise können hingegen spezialisierte Fachärzte wie Endokrinologen, Kardiologen oder Genetiker diagnostizieren.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Je nachdem, um welche Art der Fettverteilungsstörung es sich handelt, gibt es entsprechende Behandlungsmöglichkeiten, die in jedem Fall mit dem zuständigen Facharzt individuell besprochen werden müssen. Man sollte wissen, dass Fettverteilungsstörungen in der Regel nicht heilbar sind, sondern lediglich die Symptome und der weitere Verlauf der Erkrankung beeinflusst werden können.

Bei einem Lipödem gibt es beispielsweise zwei grundlegende Behandlungsansätze – die konservative und die operative Therapie. Zu den konservativen Therapien zählen manuelle Lymphdrainagen, Kompressions-, Ernährungs- und Bewegungstherapie, die Symptome lindern, jedoch die Erkrankung nicht heilen können und lebenslang angewendet werden sollten. Bei der operativen Therapie hingegen werden die krankhaft vermehrten Fettzellen mittels Liposuktion nachhaltig entfernt, wodurch das weitere Fortschreiten der Fettverteilungsstörung verlangsamt oder gar ausgebremst wird und die Symptome effektiv reduziert werden können. Zudem kann durch die Fettabsaugung die Körperform optimiert und mehr Bewegungsfreiheit und Wohlbefinden gewonnen werden.

Grundsätzlich sollte man im Falle einer Fettverteilungsstörung auf einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung achten. Insbesondere bei einer Lipodystrophie ist eine geeignete Ernährung zur verbesserten Stoffwechselkontrolle sehr wichtig. Diese sollte möglichst fettarm, Omega-3- und ballaststoffreich sein.

Je nach Art der Erkrankung können auch Medikamente verabreicht werden, z. B. bei Lipodystrophie. Damit können jedoch nur die damit einhergehenden Komplikationen wie Stoffwechselstörungen behandelt werden und nicht die Erkrankung selbst.

Prävention und Selbstmanagement

Sollten Sie tatsächlich von einer Fettverteilungsstörung betroffen sein, ist es wichtig, präventiv zu handeln und ein gutes Selbstmanagement zum Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können dazu beitragen, dass sich mögliche Symptome und entsprechende Folgen nicht weiter verschlimmern und in den Griff zu bekommen sind. Zu einem guten Selbstmanagement gehört Disziplin und Motivation, eine regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, individuell abgestimmte Ernährung und Hautpflege in den persönlichen Alltag zu integrieren.

Fazit zur Fettverteilungsstörung

Eine Fettverteilungsstörung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die gemeinsam mit spezialisierten Fachärzten therapiert werden sollte. Um den weiteren Verlauf der chronisch fortschreitenden Krankheit möglichst positiv zu beeinflussen, ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sehr wichtig.

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