Brustvergrößerung: Was ist die Preservé by Motiva Methode und warum bieten wir sie nicht an?
Preservé by Motiva oder die endoskopische Brustvergrößerung über die Achsel?
Ein ehrlicher Methodenvergleich und warum wir im THERESIUM bewusst einen anderen Weg gehen.
„Mini-Narbe”, „kaum Ausfallzeit”, „sanfte Brustvergrößerung”: Aktuell wird die Methode Preservé by Motiva stark beworben. Sie verspricht einen besonders kleinen Schnitt in der Unterbrustfalte, weiche, elastische Implantate und nur geringe Ausfallzeiten. Das klingt verlockend.
Für uns im THERESIUM | DR. KLOEPPEL in München stellt sich jedoch eine grundsätzliche Frage:
Warum eine Narbe an der Brust nur verkleinern, wenn man sie an der Brust selbst ganz vermeiden kann?
Wir setzen seit über 20 Jahren auf die endoskopische Brustvergrößerung über die Achsel (endoskopisch-transaxillär). Nach eingehender Prüfung sehen wir bei Preservé mehrere Aspekte, die aus unserer Sicht gegen das Verfahren sprechen. In diesem Beitrag erklären wir transparent, was die Preservé-Methode ist, wo ihre Grenzen liegen und warum wir bewusst einen anderen Weg gehen. Welche Methode für Sie individuell in Frage kommt, lässt sich seriös allerdings nur in einem persönlichen Beratungsgespräch klären.
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Was ist die Preservé by Motiva Methode?
Bei Preservé handelt es sich nicht um eine grundlegend neue Operationstechnik, sondern um ein standardisiertes Protokoll des Herstellers Motiva für die Brustvergrößerung über die Unterbrustfalte (inframammär, also der Hautfalte direkt unter der Brust). Ziel des Konzepts ist es, den Schnitt so klein wie möglich zu halten, beworben werden etwa 2,5 bis 3 cm.
Das Protokoll kombiniert mehrere Einweg-Instrumente:
- Channel Separator, ein Einweginstrument, um über den schmalen Zugang die Implantattasche zu formen.
- Inflatable Balloon, ein aufblasbarer Ballon, der das Gewebe von innen dehnt.
- Insertion Sleeve, eine Einführhilfe, um das Implantat durch den kleinen Schnitt zu schleusen (vom Prinzip her vergleichbar mit dem von uns genutzten Keller Funnel).
- Motiva Joy® (Ergonomix2®) Implantate, besonders weiche, stark komprimierbare Silikonimplantate.
Der Hersteller nennt als Vorteile unter anderem kleinere Narben, ein geringeres Gewebetrauma und kürzere Erholungszeiten. Der Eingriff ist häufig in Dämmerschlaf oder örtlicher Betäubung möglich. So weit das Versprechen. Schauen wir auf die Punkte, die aus unserer fachlichen Sicht kritisch sind.
1. Die Narbe bleibt an der Brust, bei uns liegt sie verborgen in der Achsel
So klein der Schnitt bei Preservé auch sein mag: Die Narbe befindet sich weiterhin direkt an der Brust, in der Unterbrustfalte. Bei schlanken Patientinnen mit wenig Eigengewebe oder im Liegen kann sie sichtbar bleiben.
Bei der endoskopischen Brustvergrößerung über die Achsel (axillär) legen wir die winzige Inzision in eine natürliche Beugefalte der Achselhöhle. Ziel ist eine Brustvergrößerung ohne Narben an der Brust selbst: Die kleine, gut verborgene Narbe liegt in der Achsel. Das kann gerade für rückenfreie Kleidung, Bikini oder Dekolleté ein spürbarer Unterschied sein. Wie jede Narbe heilt auch diese individuell; eine völlige Narbenlosigkeit kann seriös niemand versprechen.
2. Eingeschränkte Sicht vs. HD-Endoskopie
Durch den sehr kleinen Schnitt in der Unterbrustfalte ist bei Preservé das Sichtfeld in die Implantattasche begrenzt, da keine Kamera zum Einsatz kommt. Ein Teil der Präparation erfolgt damit ohne direkte Sichtkontrolle.
Wir arbeiten mit einer hochauflösenden HD-Endoskopie-Technik der Firma Karl Storz. Das Endoskop liefert ein vergrößertes Live-Bild aus dem Inneren der Implantattasche auf einen Monitor. Gefäße und Nervenfasern werden so deutlich sichtbar. Das ermöglicht ein hohes Maß an Kontrolle und Präzision während des Eingriffs.
3. Der Keller Funnel, bei uns seit Jahren Standard
Motiva bewirbt seinen Insertion Sleeve als Innovation. Wir nutzen den Keller Funnel bereits seit vielen Jahren. Diese „No-Touch-Technik” schont Gewebe und Implantat gleichermaßen, und zwar unabhängig davon, welches Implantat wir verwenden. Wir wählen Größe, Form und Festigkeit des Implantats nach Ihrer Anatomie und Ihren Wünschen, nicht nach dem Protokoll eines einzelnen Herstellers.
4. System-Bindung vs. freie Implantatwahl
Ein oft unterschätzter Punkt ist die Flexibilität bei der Implantatwahl. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede:
Die Grenzen der Preservé-Methode
Preservé ist ein weitgehend geschlossenes System. Um das Implantat durch den sehr kleinen Schnitt zu manövrieren, ist man auf die besonders weichen Motiva Joy® (Ergonomix2®) Implantate angewiesen. Andere Premium-Hersteller fallen damit praktisch weg. Auch bei der Größe stößt die Methode an physikalische Grenzen: Bei größeren Volumina muss das Implantat mit hohem Druck durch den Mini-Schnitt gepresst werden. Kritiker:innen geben zu bedenken, dass dies ein Risiko für Belastungen der Implantathülle bergen kann. Klassische anatomische (tropfenförmige) Implantate sind für diesen Zugang aufgrund ihrer festeren Konsistenz kaum geeignet. Preservé eignet sich damit vor allem für eher dezente Vergrößerungen.
Ihre Optionen im THERESIUM
Über den endoskopisch-axillären Zugang sind wir an keinen einzelnen Hersteller gebunden. Seit über 20 Jahren präferieren wir die hochwertigen, CE- und FDA-zugelassenen Premium-Implantate von Mentor, können aber grundsätzlich aus dem Portfolio das Implantat wählen, das zu Ihrer Anatomie und Ihrem Wunsch passt:
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Formen: Dank HD-Kameraunterstützung lassen sich sowohl runde als auch anatomische Implantate präzise platzieren.
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Größen: Auch größere Volumina lassen sich in der Regel gewebeschonend über die Achsel realisieren. Aus Rücksicht auf langfristige Gesundheit und Ästhetik nehmen wir von sehr großen Implantaten (über 800 ml) generell Abstand.
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Festigkeit: Über den Keller Funnel können Implantate unterschiedlicher Festigkeitsstufen eingesetzt werden, nicht nur sehr weiche Gele.
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Implantatwechsel: Ein späterer Austausch kann in der Regel endoskopisch über denselben Achselzugang erfolgen, auch bei einer Kapselfibrose (Verhärtung der Bindegewebskapsel um das Implantat).
Kurz gesagt: Während Preservé vorgibt, welches Implantat durch den Schnitt passt, wählen wir das Implantat, das zu Ihren Wünschen und Ihren anatomischen Voraussetzungen passt. Unser Ziel ist ein individuelles, ästhetisches Ergebnis, kein vorgegebenes „System”.
5. Implantatlage: nur über dem Muskel vs. flexibel
Bei Preservé wird das Implantat über dem Brustmuskel platziert (subglandulär, also unter der Drüse). Bei dünner Haut und wenig Eigengewebe kann dies zu einer sichtbaren Abzeichnung der Implantatränder führen.
Beim endoskopisch-axillären Zugang ist eine Positionierung sowohl über als auch unter dem Brustmuskel (submuskulär) möglich. Häufig bevorzugen wir die Lage unter dem Muskel, weil sich damit in der Regel sehr natürliche Ergebnisse erzielen lassen, das Implantat weniger tast- und sichtbar ist und das Kapselfibrose-Risiko reduziert werden kann. Die endgültige Wahl der Implantatlage richtet sich nach den individuellen körperlichen Gegebenheiten und Ihren Wünschen.
6. Der direkte Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Preservé by Motiva | Endoskopisch-axillär (THERESIUM) |
|---|---|---|
| Schnittlage | Unterbrustfalte (direkt an der Brust) | Achselhöhle (verborgen in natürlicher Beugefalte) |
| Narben | kleine Narbe an der Brust, ca. 2,5 bis 3 cm | keine Narbe an der Brust selbst; kleine, verborgene Narbe in der Achsel, ca. 2,5 bis 4 cm |
| Implantat-Marke | festgelegt (nur Motiva Joy® / Ergonomix2®) | freie Wahl (wir präferieren Mentor) |
| Implantat-Form | nur Ergonomix2® (rund-dynamisch) | rund & anatomisch, verschiedene Projektionen |
| Implantat-Volumen | durch Mini-Schnitt begrenzt, ca. bis 320 ml | weitgehend flexibel, anatomieabhängig (bis ca. 800 ml) |
| Festigkeit | nur sehr weiche Gele | auch festere, formstabile Gele möglich |
| Implantatlage | nur über dem Muskel (subglandulär) | über oder unter dem Muskel (subglandulär & submuskulär) |
| OP-Dauer | ca. 30 bis 60 Minuten | ca. 60 bis 75 Minuten |
| Narkose | Dämmerschlaf oder örtliche Betäubung möglich | schonende TIVA-Vollnarkose (Narkose ohne Beatmungsgas) |
| Aufenthalt | ambulant | ambulant oder 1 Nacht stationär |
| Sichtkontrolle | eingeschränkt (kein Endoskop) | HD-Endoskopie, vergrößertes Live-Bild |
| Implantatwechsel / voroperiert | über diesen Zugang in der Regel nicht geeignet | endoskopisch-axillärer Wechsel und voroperierte Brust möglich |
| Erholung* | arbeitsfähig nach ca. 2 bis 5 Tagen, Sport nach ca. 4 Wochen | arbeitsfähig nach ca. 1 bis 2 Wochen, Sport nach ca. 4 bis 6 Wochen |
*Heilungs- und Erholungsverläufe sind individuell und hängen von Befund, Tätigkeit und Heilung ab. Die Angaben sind Richtwerte, keine Zusicherung.
7. Warum wir bei unserer Methode bleiben
Die HD-endoskopisch-axilläre Brustvergrößerung ist eine technisch anspruchsvolle Methode, die jahrelange Erfahrung und modernes Equipment voraussetzt. Aus unserer Sicht bietet Preservé keinen medizinischen Mehrwert, der eine Narbe an der Brust und die Bindung an ein einzelnes Implantat-System rechtfertigen würde. Vorteile unseres Verfahrens im Überblick:
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Keine Narbe an der Brust selbst: Die Inzision liegt verborgen in der Achsel.
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Hohe Kontrolle und Präzision durch HD-Endoskopie.
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Implantatlage über oder unter dem Brustmuskel möglich.
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Freie Implantatwahl: rund oder anatomisch, verschiedene Projektionen und Festigkeiten.
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Natürlich wirkende Ergebnisse, da die Brust beim Zugang über die Achsel unberührt bleibt.
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Implantatwechsel in der Regel endoskopisch über die Achsel möglich.
Risiken und Aufklärung, ehrlich angesprochen
Jede Brustvergrößerung ist ein operativer Eingriff und mit Risiken verbunden, unabhängig von der Methode. Dazu zählen unter anderem Schwellungen, Blutergüsse (Hämatome), vorübergehende oder dauerhafte Veränderungen der Sensibilität, Narbenbildung, Wundheilungsstörungen, Asymmetrien sowie eine Kapselfibrose. Welche Methode und welches Implantat für Sie geeignet sind und welche Risiken im Einzelfall relevant werden, lässt sich nur individuell beurteilen. Eine umfassende Aufklärung erfolgt grundsätzlich im persönlichen Gespräch mit Ihrem Facharzt.
Dr. med. Markus Klöppel
Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie · Leitender Arzt im THERESIUM
Über 20 Jahre Erfahrung in der ästhetischen Brustchirurgie. Schwerpunkt: die endoskopische Brustvergrößerung über die Achsel mit HD-Endoskopie und Keller-Funnel-Technik.
Häufige Fragen zur Preservé-Methode und zur endoskopischen Brustvergrößerung
Ist die Preservé-Methode wirklich narbenfrei?
Nein. Preservé arbeitet mit einem verkürzten Schnitt in der Unterbrustfalte, die Narbe liegt also an der Brust, ist aber vergleichsweise klein. Bei der endoskopischen Brustvergrößerung über die Achsel entsteht keine Narbe an der Brust selbst; die kleine Narbe liegt verborgen in der Achselfalte. Eine völlige Narbenlosigkeit kann keine Methode garantieren.
Warum bietet das THERESIUM Preservé nicht an?
Weil die Methode aus unserer Sicht wesentliche Einschränkungen mit sich bringt: eine Narbe an der Brust, eingeschränkte Sichtkontrolle ohne Endoskop, die Bindung an ein einzelnes Implantat-System sowie Grenzen bei Volumen und Implantatlage. Wir bevorzugen die flexiblere, kamerakontrollierte endoskopisch-axilläre Technik.
Für wen kann Preservé dennoch in Frage kommen?
Tendenziell für Patientinnen mit Wunsch nach einer eher dezenten Vergrößerung, die mit den weichen Motiva-Implantaten und einer Lage über dem Muskel gut zurechtkommen. Ob eine Methode für Sie geeignet ist, lässt sich nur in einer persönlichen Untersuchung und Beratung klären.
Kann ich über die Achsel auch größere oder anatomische Implantate bekommen?
In der Regel ja. Über den endoskopisch-axillären Zugang lassen sich runde und anatomische Implantate in verschiedenen Größen (anatomieabhängig bis ca. 800 ml) und Festigkeiten platzieren. Die konkrete Empfehlung hängt von Ihrem Befund ab.
Fazit
Preservé by Motiva ist ein durchdachtes, herstellergebundenes Protokoll mit einigen Vorzügen, aber auch klaren Grenzen: Die Narbe bleibt an der Brust, die Implantatwahl ist eingeschränkt, die Sichtkontrolle ohne Endoskop begrenzt. Für Patientinnen, denen ein natürlich wirkendes Ergebnis ohne Narben an der Brust, eine zu ihrer Körperform passende Implantatwahl und eine kamerakontrollierte, gewebeschonende Technik wichtig sind, ist aus unserer Sicht die endoskopische Brustvergrößerung über die Achsel die überzeugendere Wahl.
Sie möchten wissen, welche Methode und welche Implantatgröße zu Ihnen passen könnten? Mit unserem Brustrechner erhalten Sie in wenigen Schritten eine erste Orientierung. Alle Details zu Technik, Ablauf und Nachsorge finden Sie auf unserer Seite zur Brustvergrößerung in München. Für eine individuelle Einschätzung beraten wir Sie gerne persönlich, mit über 20 Jahren Erfahrung im THERESIUM | DR. KLOEPPEL.
Quellen & weiterführende Informationen
- Motiva: Animation zum Preservé-Protokoll: youtube.com/watch?v=a1bDbCqZuTg
- Interview zur Preservé-Methode: youtube.com/watch?v=8CJXKWIV6qs
Bildnachweis:
- „Schnelle Regeneration nach minimalinvasiver Brust-OP”, iStock / © SanneBerg
- „Auswahl der passenden Brustimplantate”, iStock / © nensuria




